Ich bin ein Star, holt mich hier raus!
Kaum haben die deutschen Cervelat-Promis ihr Camp im australischen Dschungel bezogen strotze ich nur so vor Müdigkeit. Diese Sendung ist so was für die Füchse, dass ich mich dabei köstlich unterhalte. Dabei sind es nicht mal die Prüfungen, welche mich faszinieren. OK, sich auf der Couch ob den gruseligen Aufgaben zu ekeln hat schon auch was für sich. Zumal ich mich dem Grossteil dieser Aufgaben für kein Geld der Welt stellen würde. Aber nein, es sind die Diskussionen, Streitereien und Enthüllungen, welche mich wach halten. Zudem bringen Menschen Eigenschaften ans Licht, welche man ihnen aus der Ferne und aufgrund von Vorurteilen gar nicht zugetraut hätte. So gehören bei mir mittlerweile die Berufstranse Olivia und allenfalls noch Mutter Katzenberger - ihre Tochter kann ich nicht ausstehen - zu den Favoriten auf den Sieg. Beide wirken erschreckend sympathisch, ziehen keine Show ab und stehen auch den vermeintlichen Underdogs zur Seite. Die restlichen Kandidaten übertreffen sich mit ihren Selbstdarstellungen, den gewährten Einblicken in die tiefsten Abgründe ihrer Seelen oder gespielter und teilweise offensichtlicher Dummheit. Ein paar wenige haben gar nichts von alldem und sind zwangsläufig nur langweilig. Das Salz in der Suppe bzw. die Känguruhoden auf dem Serviertablett sind aber nach wie vor die vernichtenden Kommentare der beiden Moderatoren, auch wenn natürlich die Persönlichkeit und die ausgefallenen Kostüme des leider viel zu früh verstorbenen Dirk Bach fehlen.
Gäbe es diese Sendung nicht, würde ich nichts vermissen. Aber wenn sie nun schon mal da ist, schaue ich sie mir vergnügt an und lasse mich quasi als Gutenacht Geschichte auf tiefstem Niveau berieseln. Das alles immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass der Spuk schon bald wieder vorbei sein wird und ich dann wieder beizeiten ins Bett kommen werde und mein Buch weiter lesen kann.
