Gestern war ein Feierabend zum vergessen. Ich stehe am Bahnhof Hardbrücke, die S9 fährt mit der gewohnten Verspätung ein, ich setze mich im oberen Stock ans Fenster und warte auf die Abfahrt. Die Türen gehen auf und zu, auf und zu, auf und zu. Irgendwann kommt die Durchsage des Captains, dass die Lok Probleme habe und sich die Weiterfahrt verzögere. Schliesslich fuhren wir weiter, zumindest eine Station, denn am Hauptbahnhof war Endstation. Ich hetzte quer durch den HB Richtung Gleis 53 oder so. Die S14 fuhr wenige Augenblicke nach meinem Einsteigen ab und führte mich, sowie die gesamte Horde Schüler im Wagen, sicher und klimatisiert nach Hause. Dort stürzte ich mich - nach dem Geschäft, welches ich wohl wieder den getrockneten Aprikosen verdankte - in die Veloklamotten und bereitete alle meine Uhren, Messer und Aufzeichnungsgeräte sowie die Trinkflasche für die grosse Rundfahrt vor. Im Keller unten fällt mir mein brandneues Handy aus dem Stand auf den Steinboden. Uff, es sieht noch ganz aus und scheint auch noch zu funktionieren. Mein Nachbar fragt mich, ob ich schon mal westwärts geschaut hätte, dort braue sich ein übles Unwetter zusammen. Egal, ich musste ja nur schnell um den Greifensee fahren und würde in einer Stunde wieder zu Hause im Trockenen sitzen, dachte ich mir. Ich fuhr los, wollte meine trockene Kehle mit einem Schluck aus der Pulle bewässern und greife ins Leere. Toll, die Flasche stand noch zu Hause im Kühlschrank. Es folgte eine mächtige Böe und blies mich beinahe vom Rad. So, jetzt ist genug, ich kehrte um, fuhr mein Bike wieder in seine Garage, stampfte sauer in die Wohnung, holte mir einen Cervelat aus dem Kühlschrank und verdrückte diesen zusammen mit Brot, Senf und Ketchup. Zum Dessert gab's eine Büchse Tom Yam Nüsschen, die scharfen in der roten Version und trank dazu meinen gekühlten Velodrink aus der Flasche. Immerhin sind jetzt die Fotos auf PC beschriftet.
Das nächste Grossereignis wirft seine Schatten voraus. Am Samstag fahren Dodo und ich mit Freunden nach Basel und werden im Stadion sitzen, wenn die Schweiz in der WM-Quali Griechenland hoffentlich besiegt und so einen weiteren grossen Schritt Richtung Fussball-WM 2010 in Südafrika macht. Unterdessen kennen wir so viele Leute, die ebenfalls nach Basel fahren, dass nur schon die Zugfahrt dorthin zum Erlebnis werden wird. Den Apéro nehmen wir in der Innenstadt von Basel in irgendeinem Pub. Ich freue mich wahnsinnig auf den Samstag, das wird ein geiles Fussball-Fest in Rot-Weiss! Mit der Verletzung von Marco Streller steigt nun auch meine Zuversicht ins Unermessliche. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Zumal ich genau diesen Text schon am 7. Oktober 2008, fünf Tage vor dem WM-Quali Spiel der Schweiz in St. Gallen gegen Lettland geschrieben habe, als sich besagter WM-Penalty-Zungenakrobat kurz vor dem Spiel verletzt hatte. Dodo und ich sassen im Stadion, Streller lag verletzt zu Hause, die Schweiz hat gewonnen. Der Samstag kann kommen, Hopp Schwiiz!!! {easycomments}
Schlechter Monatsstart
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