Paff, wieder ein Wochenende vorüber. Vom Wetter her kann man sich nicht beklagen. Entgegen den allgemeinen Prognosen waren beiden Tage sehr schön. Auf die Wetterfrösche ist eben Verlass. Ähnlich den Kino- und Konzertkritiken des Tages-Anzeigers kann man einfach mal vom Gegenteil ausgehen.
Familientechnisch war's ein Weekend der knallharten Gegensätze. Am Samstag fuhr Dodo mit Noah in aller Frühe mit dem Zug ins Wallis und feierte dort mit einer Horde Familie - es hagelte 71 Anmeldungen - das traditionelle Brunner-Treffen. Die beiden verlebten einen ebenso schönen und stressfreien Tag wie Robin und ich zu Hause. Nach den Pflichtterminen 'Cello vorspielen' und 'Coiffeur' motzten wir Robins Zimmer auf, indem wir die von den lieben Nachbarn geschenkten Stereoanlage installierten und die Bässe mit Metallica ausreizten. Am Nachmittag fuhren wir beide mit den Velos ins Milandia und spielten ein Partie Minigolf. Mein Sohn demontierte mich dabei auf einzelnen Bahnen wie es bisher noch selten einer geschafft hat. Beispiel die Bahn Nr. 8, jene mit der Rampe und dem Weitschuss ins vorne aufgehängte Netz. Robin donnert den Ball im ersten Versuch ins Netz, ich hingegen benötige sechs Anläufe. Gegen Ende das Parcours wurde es zwar noch spannend aber Robin gewann nach 18 Bahnen mit 56:58. Den anschliessenden Sieger-Zvieri in Form eines fetten Donuts hatte er sich wahrlich verdient. Am Abend brutzelten wir uns Toast Hawaii und schauten Bundesliga. Männerherz was willst Du mehr? Gegen 23:00 Uhr kehrten dann auch die zufriedenen Walliser wieder nach Hause und zurück, worauf Noah noch einen Snack verdrücken musste, da er vor lauter Spielen den ganzen Tag keine Zeit zum Essen gehabt habe.
Am Sonntag dann der Keulenschlag, dabei hätten die Kids bloss ihr Aufgaben machen müssen, während dem ich endlich wieder mal die 'Tour de Greifensee' abfuhr. Als ich zurück kehrte herrschte Krieg im Hause Schärer. Robin hatte es wieder mal geschafft sein Mami an bzw. über die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu treiben. Leider macht und schafft er es immer wieder, vorzugsweise wenn ich nicht im Hause bin. Er provoziert, widerspricht und ist frech ohne Ende. Was wir sagen ist grundsätzlich falsch und wird mit einem Nein oder 'kei Luscht' beantwortet und für alle seine Schandtaten ist jemand oder etwas Schuld, garantiert aber nicht er selbst. Es ist teilweise grenzwärtig was sich der Jüngling leistet und nach dem grossen Donnerwetter bereut er es jeweils mächtig. Gestern zum Beispiel hat er seine Zimmertüre verbarrikadiert und wäre am liebsten mit seinem Lieblingskuscheltier abgehauen, wie er uns später erzählte. Auch hat er offenbar versucht, sich auf verschiedene Arten selbst weh zu machen. Hallo? Ich mache mir wirklich Sorgen um den Jungen. Wo führt das hin? Was können wir tun? Und es soll mir keiner sagen, das sei normal in diesem Alter. Oder doch? Frisst ihn die Eifersucht auf Noah auf? Ist der Druck der Kollegen in der Schule derart gross, dass er daran zerbricht? Sein Selbstbewusstsein ist auf dem Minimum, dabei ist er ein so toller Junge und in der Schule gehört er zu den Besten. Wie baut man einen 10-jährigen Jungen auf, wenn er einem doch eh nichts glaubt und nichts an sich heran lässt? Ich will ja nichts dramatisieren, aber mir schiessen in solchen Momenten immer wieder die Gräueltaten von Schülern der vergangenen Wochen durch den Kopf... {easycomments}
Wochenende der Gegensätze
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